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Aktuelle Wechselausstellungen

1945 - Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Kriegsende

Wechselausstellung vom 12. Januar bis 20. März 2026

Als im Herbst 1944 die Fronten näher rücken und die alliierten Armeen auf deutsches Gebiet vorstoßen, wird vielen Menschen klar, dass der Krieg verloren ist. Dennoch fordert die Führung in Berlin, jeden Ort bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen - selbst dort, wo die Zerstörung schon spürbar ist und der Ausgang längst feststeht.

In dieser Situation wagen einzelne Bürger etwas, das damals kaum vorstellbar war: Sie widersprechen. Manche verweigern sich Befehlen, andere nehmen Kontakt zu den Alliierten auf oder entwaffnen lokale Volkssturmeinheiten. In mehreren Städten fordern Bewohner öffentlich eine kampflose Übergabe, um ihre Heimat vor dem sinnlosen Untergang zu bewahren. Gerade Frauen tragen in vielen dieser Orte solche Appelle mit bemerkenswerter Entschlossenheit.

Doch dieses Handeln ist gefährlich. Menschen, die Zweifel äußern oder Widerstand leisten, riskieren ihr Leben und viele verlieren es. Noch in den letzten Kriegsstunden werden Männer und Frauen standrechtlich verurteilt, gehängt oder erschossen.

Die Ausstellung 1945 - Widerstand gegen den Nationalsozialismus am Kriegsende erzählt diese Geschichten. Sie zeigt eindrücklich, wie unterschiedlich die Formen des Widerstands waren - spontan, mutig, entschlossen oder sorgfältig geplant - und wie viel Zivilcourage in einer Zeit nötig war, in der jedes Wort gegen das Regime tödlich sein konnte.

Im Rahmen der Wechselausstellung finden zwei Veranstaltungen statt:

Tatort Geschichte: Der Angriff der „Werwölfe“. Die Penzberger Mordnacht. Ein Podcast-Abend (in Kooperation mit der Stadt- und Kreis- und Gymnasialbibliothek Gardelegen)

am 20. Februar 2026, 17:30 Uhr in der Stadt-, Kreis- und Gymnasialbibliothek, Im Schlüsselkorb 16, 39638 Hansestadt Gardelegen

Im April 1945 begehren demokratisch gesinnte Bürger in Oberbayern gegen die Nazi-Herrschaft auf. Kurz vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Armee setzen sie den nationalsozialistischen Bürgermeister ab und schützen das Bergwerk vor der Zerstörung. Die Nazi-Schergen schlagen doppelt zurück. Nach der Ermordung der Rathaus-Befreier durch die Wehrmacht ziehen nachts Dutzende „Werwölfe“ durch die Stadt und ermorden weitere Bürger. Die „Penzberger Mordnacht“ fordert in den letzten Kriegstagen das Leben von 16 Frauen und Männern. Im Podcast des Bayrischen Rundfunks „Tatort Geschichte. Der Angriff der ‚Werwölfe‘“ wird dem Geschehen nachgegangen. True Crime trifft auf Historie beim Podcast-Abend in der Bibliothek Gardelegen.

Film-Abend "Unbekannte Helden - Widerstand im Südwesten" (in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie Altmarkkreis Salzwedel, vfb Salzwedel e.V.)

am 12. März 2026, 18:00 Uhr in der Gedenkstätte Gardelegen, An der Gedenkstätte 1, 39638 Hansestadt Gardelegen

Die Dokumentation "Unbekannte Helden – Widerstand im Südwesten" beschreibt fünf Widerstandshandlungen gegen den nationalsozialistischen Machtapparat in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Das von Historikern begleitete Dokudrama  nutzt zeitgenössische Fotografien, private Filmaufnahmen, Augenzeugenberichte sowie an Originalschauplätzen gestalteten Spielszenen. Neben Ulrike Folkerts, Walter Sittler, Karl Kranzkowski und Sebastian Blomberg wirkten dabei über einhundert Statisten mit. Regie führten 2019 Bernhard Stegmann und Samuel Ackermann. Der Film wurde im Auftrag des SWR produziert.