Zur Geschichte der Gedenkstätte

eranstaltung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) vor der Gedenkmauer, 1977
Veranstaltung der Freien Deutschen Jugend (FDJ) vor der Gedenkmauer, 1977
Alliierte Hinweistafel am Ehrenfriedhof, originalgetreue Nachbildung
Alliierte Hinweistafel am Ehrenfriedhof, originalgetreue Nachbildung
Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag des Massakers, 2016
Gedenkveranstaltung zum 71. Jahrestag des Massakers, 2016

 

Nach Gründung der DDR ließ die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) ab Herbst 1949 am historischen Tatort des Massakers eine städtische Mahn- und Gedenkstätte errichten. Aus den baulichen Resten der einstigen Scheune entstand bis 1953 eine Gedenkmauer, die die ursprüngliche Außenfassade des Gebäudes andeutete.

In den 1960er und 1970er Jahren kamen weitere Elemente hinzu: Zwei Flammenschalen, eine Rednertribüne, ein Aufmarschplatz mit Paradeweg, Fahnenmasten, die "Steine der Nationen" und eine Bronzeskulptur. Eine Parklandschaft mit Pflanzungen und Wegen bedeckte nun die Fläche zwischen der Gedenkmauer und dem Ehrenfriedhof.

Die DDR-zeitliche Gestaltung veränderte das Erscheinungsbild des Geländes grundlegend. Antifaschistische Kampfparolen zierten die Gedenkmauer, der Platz vor ihr war ein Ort für Massenkundgebungen. Bis zum Ende der 1980er Jahre fand dort das offizielle Gedenken im Geiste des DDR-Antifaschismus statt. Dessen Geschichtsbild vereinnahmte alle KZ-Häftlinge pauschal als politische Widerstandskämpfer und verschwieg die (Mit-)Täterschaft der Bevölkerung am Massaker. Dennoch blieb das Gelände stets auch ein Ort für individuelles Gedenken in privater und bürgerschaftlicher Initiative.

Nach der Wiedervereinigung blieb die Gedenkstätte zunächst eine Einrichtung der Hansestadt Gardelegen. Seit 2015 befindet sie sich in landeseigener Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt. Die Stadt Gardelegen ist weiterhin Eigentümerin des Geländes und kümmert sich um die Pflege des Ehrenfriedhofs.